Die Schilddrüse

Die Schilddrüse ist eine der größeren Drüsen des endokrinen Systems. Dennoch ist sie, im Vergleich etwa zur Leber, immer noch sehr klein, wiegt etwa 28 Gramm und befindet sich im Hals direkt unterhalb des Larynx (Kehlkopf). Diese Drüse schüttet zwei Hormone aus: Thyroxin und Kalzitonin. Thyroxin beeinflußt das Wachstum und den Stoffwechsel aller Körperzellen. Es kontrolliert die Reflexe und reguliert die Menge an Energie, die vom Körper produziert wird. Dieses Hormon veranlaßt die Zellen, die Freisetzung von Energie aus Nahrungsstoffen zu beschleunigen, was einer Stimulation des katabolen Stoffwechsels (=Abbaustoffwechsel) gleichkommt.

Alle Körperfunktionen hängen von einer normalen Energieversorgung ab. Deshalb ist die normale Schilddrüsen-Sekretion lebensnotwendig für den Körper. Eine der Hauptkomponenten von Thyroxin ist Jod, ein wichtiger Aufbaustoff. Babys können ohne Jod nicht richtig heranwachsen. Bei älteren Menschen verursacht Jodmangel Haarausfall, verlangsamtes Sprechen und ein Austrocknen und Dickerwerden der Haut. Der durchschnittliche Jodbedarf eines Erwachsenen liegt bei nur ca. 0,15 Milligramm pro Tag, ist aber entscheidend für das empfindliche Gleichgewicht zwischen Gesundheit und Unwohlsein. Thyroxin reguliert auch die Temperatur. Menschen mit einer überaktiven Schilddrüse neigen dazu, sich unter kalten Bedingungen unangenehm heiß zu fühlen, während Menschen mit verringerter Schilddrüsenfunktion auch an heißen Tagen frösteln. Das andere Hormon, das die Schilddrüse produziert, Kalzitonin, senkt den Kalziumspiegel im Blut und wirkt auf diese Weise dem Parathormon der Nebenschilddrüsen entgegen. Kalzitonin trägt dazu bei, den Kalziumgehalt des Blutes konstant zu halten. Es verhindert die Entstehung eines schädigenden Überschusses an Kalzium im Blut, genannt Hyperkalzämie.

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