Die Zunge

Die Zunge ist gewöhnlich flach und mittelmässig dehnbar. Sie besteht aus einem Netz gebündelter streifenförmiger Muskelfasern, Fasergewebe, Fett, lymphoider Masse, Schleimhaut produzierenden Drüsen und einer deckenden Schleimhautschicht. Als Muskel besitzt sie äusserst viel Beweglichkeit, die es ermöglicht, Nahrung zu schmecken, sie beim Kauen hin- und her zu bewegen, sie zum Schlund nach hinten zu befördern, um sie herunterzuschlucken. Und zusätzlich spielt sie eine unschätzbare Rolle für das Sprechen.

Organisch gesehen entsteht sie grösstenteils aus einem Auswuchs des Pharynx (Schlundes). Dieser Auswuchs dehnt sich nach vorne aus und verbindet sich mit anderen Geweben der Mundregion. Daraus entsteht dann dieses komplexe Muskelorgan, das sich für so viele verschiedene Funktionen verwenden lässt. Die verschiedenen Papilla auf der Zunge weisen einige spezifische Geschmacksmuster auf, die sich je nach Bereich unterscheiden. Es gibt vier Grundgeschmacksempfindungen: süss, sauer, salzig und bitter. Die von uns wahrgenommenen Aromen stellen tatsächlich immer eine Mischung dieser vier Geschmäcker dar. Dabei lassen sich verschiedene Geschmacksbereiche der Zunge unterscheiden: Die Seiten scheinen besonders empfindlich auf saure Aromen zu reagieren und je näher man der Spitze kommt, auf Salziges spezialisiert zu sein. Die Spitze selbst ist süss- empfindlich, während der hintere Zungenbereich vornehmlich auf bittere Reize reagiert. Manchmal macht man die Erfahrung, dass süsse Substanzen einen bitteren Nachgeschmack hervorrufen, was z.T. auf die unterschiedlichen Bereich der Geschmacksmuster zurückzuführen ist. Als erstes nimmt man den süssen Geschmack an der Zungenspitze wahr, der jedoch zunehmend mit bitteren Empfindungen gemischt wird, je weiter die Substanzen in den hinteren Zungenbereich gelangen.

mit freundlicher Genehmigung von (c) TLC The Learning Company Deutschland GmbH, Keltenring 12; 82041 Oberhaching.